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  • Die Belagerung von Neuss 1474-1475

    Die Belagerung von Neuss 1474-1475

    Es ist eigentlich nur ein Streit um das Erzbistum Köln. Dennoch hat der Konflikt eine europäische Dimension. Und die kleine Stadt Neuss spielt wieder mal in der großen Geschichte eine entscheidende Rolle.

    Die Vorgeschichte

    Im März 1463 wählt das Domkapitel zu Köln Ruprecht von der Pfalz zum Erzbischof. Nachdem sein Vorgänger dem Erzbistum Köln einen Berg von Schulden hinterlassen hatte, wollte man diesmal auf Nummer sicher gehen. Mit Ruprecht glaubten sie einen würdigen Bischof und leichter zu kontrollierenden Fürsten gefunden zu haben. Anfangs geht das auch gut. Wie so oft im Leben gibt es aber einige Jahre später Streit um die Macht und wieder ums Geld, genauer um die Erhebung von Steuern.

    Der Streit eskaliert und das Domkapitel wählt den Bischof wieder ab und setzt den Domherren Hermann von Hessen als Administrator ein. Ruprecht lässt sich das natürlich nicht gefallen und bittet Karl den Kühnen, Herzog von Burgund um militärischen Beistand.

    Karl der Kühne verfolgt eigene Ziele. Sein burgundisches Reich ist riesig und erstreckt sich von der Mitte Frankreichs bis in die Niederlande. Allerdings ist es ein Flickenteppich. Karl würde gerne die Lücken schließen und strebt zudem insgeheim nach der Kaiserkrone. Er kommt Ruprecht also sehr gerne zu Hilfe.

    Die Lage spitzt sich zu

    Karl der Kühne verfügt zu dieser Zeit über die modernste und bestausgerüstete Streitmacht. Er macht sich also mit einem ca. 14.000 Mann umfassenden Heer von Maastricht aus auf den Weg und will Köln in die Knie zwingen. Bevor er jedoch Köln angreift, will er aus strategischen Gründen erst mal die potenziellen Gefahren in seinem Rücken beseitigen. Da ist diese kleine Stadt Neuss nördlich von Köln mit gerade mal 4.000 Einwohnern. Die sollte eigentlich mit solch einer Übermacht binnen Tagen zu nehmen sein.

    Der zum Administrator ernannte Hermann von Hessen erkennt die Gefahr und eilt mit 70 Rittern, 300 Reitern und 1.500 Fußsoldaten nach Neuss. Er kommt gerade noch rechtzeitig an und beginnt die Verteidigung der Stadt zu organisieren.

    Neuss ist zu dieser Zeit recht gut befestigt. Die Stadtmauer ist solide gebaut und mit fünf großen Toren und etlichen Türmen ausgestattet. Zudem ist fast die gesamte Stadt ringsum mit Wassergräben, kleinen Flüssen und einem Nebenarm des Rheins geschützt.

    Am 29. Juli 1474 erreichen die burgundischen Truppen Neuss und die Belagerung beginnt.

    Die Belagerung

    Die burgundische Belagerung ist außergewöhnlich gut dokumentiert. Auf der Seite der Belagerer verfasst der Hofschreiber Jean Molinet Lobeshymnen auf seinen Herzog. Auf der Seite der Belagerten wird der in Neuss tätige Notar und Stadtschreiber Christian Wierstraet etwa ein Jahr später eine umfassende gereimte Chronik über den Hergang veröffentlichen.

    Überraschenderweise widersteht Neuss den ersten Angriffswellen und führt auch selbst erfolgreiche Ausfälle gegen die Belagerer aus. Während sich die Belagerung in die Länge zieht, hält Karl der Kühne vor der Stadt Hof. Sein Lager ist nicht nur militärisch gut befestigt, sondern ist mit einem eigenen Markt, allen möglichen Werkstätten und Verkaufsständen sowie Plätzen zur Zerstreuung selbst eine Kleinstadt.

    Insgesamt 10 Monate dauert die Belagerung. Für das kleine Neuss wird die Luft dünn. Die vielen Angriffe fordern einen hohen Blutzoll. Der Beschuss der Stadt führt zu enormen Schäden und auch die Lebensmittelvorräte werden langsam knapp. Die Bürger verlässt schon fast der Mut.

    Während einer besonders kritischen Situation, bei der sich viele Neusser versammeln und ergeben wollen, lässt Hermann von Hessen die Alarmglocken läuten. Die Bürger eilen zu den Waffen und auf die Mauern. Die Versammlung endet, bevor sie richtig begann. Es gab in Wirklichkeit keinen Angriff. Hermann von Hessen hat die Situation mit einem Trick gerade noch mal in den Griff bekommen.

    Rettung naht – langsam

    Friedrich III., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, ist über die Ambitionen Karls des Kühnen natürlich nicht erfreut. Nur ein Jahr vorher hatte er mit Karl dem Kühnen über eine Hochzeit zwischen dessen Tochter und seinem Sohn verhandelt. Nun setzte Karl ihn mächtig unter Druck. Gleich nach Beginn der Fehde beruft Friedrich III. den Reichstag ein und organisiert den Widerstand. Dabei ist er jedoch von seinen Kurfürsten und den Reichsstädten abhängig. Bis diese ihre Kontingente aufgestellt haben und zum Reichsheer stoßen, vergehen Monate.

    Friedrich III., seinerzeit als nicht sonderlich entscheidungsfreudig verschmäht, spielt auf Zeit. Er weiß, dass Karl umso mehr unter Druck gerät, je länger die Belagerung ohne Erfolg bleibt. Zudem gerät Karl in seinem Stammland Burgund in Schwierigkeiten. Der Waffenstillstand mit Frankreich läuft aus, der Herzog von Lothringen erklärt ihm den Krieg und der englische König verlangt von ihm die zugesicherte Bereitstellung von Truppen für einen Angriff auf Frankreich.

    Als die Neusser fast alle Hoffnung aufgegeben haben und in der Obertorkapelle um Gottes Beistand bitten, landet eine hohle Kanonenkugel mit einer Botschaft in der Stadt. Rettung naht, das Reichsheer kommt!

    Nachspiel und Belohnung

    Das Ende der Belagerung fordert nochmals einen Blutzoll. Zwischen dem Reichsheer und den Burgundern kommt es zu einer Schlacht am nahegelegenen Reckberg, bei der mindestens 2.000 Mann den Tod finden. Dennoch geht die Sache für alle Beteiligten am Ende erstaunlich glatt über die Bühne.

    Kaiser Friedrich III. war trotz der Umstände immer noch an der Verbindung zwischen seinem Sohn und der Tochter Karls des Kühnen interessiert. Er hatte daher auch kein Interesse an einer allzu schmachvollen Niederlage Karls des Kühnen. Die Burgunder mussten einige Bedingungen akzeptieren, jedoch keine Reparationszahlungen leisten. Am 9. Juni 1475 endete die Belagerung von Neuss. Karl der Kühne musste unverrichteter Dinge abziehen.

    Die Neusser hatten sich im gesamten Reich für ihre Tapferkeit hohe Achtung erworben. Kaiser Friedrich III. belohnte die Stadt mit erheblichen Privilegien. Für Ruhm und Ehre verlieh er der Stadt das Recht, fortan den kaiserlichen Adler im Wappen zu tragen. Wirtschaftlich bedeutender waren die Vorrechte einer Hansestadt, das Recht, eigene Münzen zu prägen und diverse Zollfreiheiten. Das war allerdings auch bitter nötig, da die Stadt am Boden lag. Es sollte mehr als 40 Jahre dauern, bis die Stadt alle Kriegsanleihen getilgt hatte.

    Hermann von Hessen erwarb sich ebenfalls großen Ruhm als Verteidiger des Reiches und wurde vom Kaiser in seiner Rolle als Administrator des Kölner Stiftes und Erzbistums bestätigt. Es sollte allerdings noch bis 1480 dauern, bis er nach dem Tod Ruprechts von der Pfalz offiziell zum Kölner Erzbischof gewählt wurde.

    Und auch die Hochzeit zwischen Maria von Burgund, Tochter Karls des Kühnen und Maximilian I., Sohn Friedrichs III. fand 1477 tatsächlich statt. Sie hielt allerdings nicht lange, da Maria fünf Jahre später bei einem Reitunfall ums Leben kam.

    Der erfolgreiche Widerstand gegen die burgundische Belagerung hatte einen erstaunlichen Nebeneffekt. Die Neusser schrieben ihren Sieg zu einem großen Teil ihrem Stadtpatron, dem hl. Quirinus zu.

    Die burgundischen Soldaten waren davon ebenfalls mächtig beeindruckt. Mehr als 4.000 sollen sich vor ihrem Abzug noch den Quirinussegen im Münster geholt haben – sicher ist sicher. Die Soldaten trugen die Kunde in ihre Heimatländer Frankreich, Italien, England und die Niederlande und verbreiteten so den Ruhm des Schutzpatrons von Neuss.

    Der danach wieder verstärkt einsetzende Pilgerstrom hat der Stadt sicher auch geholfen, die enormen Kriegsschäden im Laufe der Jahrzehnte zu überwinden.

    Beitragsbild: Das Lager Karls des Kühnen bei der Belagerung von Neuss 1475; Adriaen Van den Houte, 1562

  • Der Fetzer – Eine kriminelle Karriere

    Der Fetzer – Eine kriminelle Karriere

    Ein gerade 16 Jahre alter junger Mann beginnt 1794 in Neuss eine dunkle Karriere. Sie wird am 19. Februar 1803 in Köln auf dem Schafott enden. Er riss sich die Neusser Stadtkasse unter den Nagel, wurde geschnappt, im Windmühlenturm eingekerkert und konnte doch spektakulär fliehen.

    Die Geschichte des Fetzers

    Der Beginn einer kriminellen Karriere

    Gegen Ende des 18. Jahrhunderts war das Deutsche Reich in über 300 Kleinstaaten zersplittert, zudem war das Rheinland von den französischen Revolutionstruppen besetzt. Die komplizierte politische Situation, die Kleinstaaterei sowie die schlechte Bezahlung der Polizei, machten es den Räubern in dieser Zeit leicht, sich nach einem Raubzug schnell über die nächste Grenze in Sicherheit zu bringen.

    Einer dieser Gauner war der gerade mal 16-jährige Mathias Weber, genannt „der Fetzer“. Der junge Mann hatte eine schwierige Kindheit hinter sich, war aber intelligent und sehr geschickt darin, unbemerkt das Gepäck von den Kutschen der reichen Kaufleute „herunterzufetzen“. Nach anderen Deutungen stammte der Beiname von seinem streitsüchtigen Charakter, seiner Grausamkeit oder seinem Kampfstil.

    Noch vor Beginn seiner kriminellen Karriere lernte er Lesen und Schreiben und den Umgang mit Gewehren. Neben seinen Schiesskünsten verfeinerte er später sein Talent, Schlösser von Türen und Truhen zu öffnen. Diese Fertigkeiten, sowie seine Gerissenheit und Tollkühnheit ließen ihn in der Gaunerhierarchie schnell zum Räuberhauptmann aufsteigen.

    Der Raub der Neusser Stadtkasse

    Die Bande des Fetzers hatte Stützpunkte in den Schänken der Neusser Nordstadt und führte von Neuss aus Raubzüge bis nach Holland im Westen und Koblenz im Süden aus. Aber die fetteste Beute, die es zu holen gab, befand sich direkt unter den Augen der Räuber im Neusser Rathaus. Es bedurfte schon eines besonders raffinierten Plans, um in die gut bewachte und gesicherte Schatzkammer einzubrechen.

    Der Fetzer hatte einen Plan und setzte diesen im September 1796 in die Tat um. Er und seine Bande erleichterten Neuss nicht nur um die Stadtkasse, sondern erbeutete auch das Stadtsilber und wertvolles Kircheninventar. Den Neussern schmerzte es emotional besonders, dass auch eine kostbare Figur des hl. Quirinus und eine silberne Weltkugel unter der Beute war.

    Verhaftung und spektakuläre Flucht

    Der Fetzer musste sich seiner Sache wohl allzu sicher gewesen sein und die Wut der Neusser Obrigkeit unterschätzt haben, jedenfalls wurde er nur einen Monat später in einem Wirtshaus von Soldaten gefasst. Ihn und seinen Kumpan Deutzer Michel sperrte man anschließend in den Windmühlenturm an der Stadtmauer ein.

    Das Verließ im Turm, der ein Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung war, galt als ausbruchssicher. Die Wärter hatten jedoch nicht mit der Kreativität des Fetzers gerechnet. Nachdem Wände, Boden und Türen keine Möglichkeit zur Flucht boten, gelang es den beiden durch die Decke in das Obergeschoss des Mühlenturms zu steigen. Von dort aus kletterten sie an einem Windmühlenflügel auf den Wehrgang herab. Unter Zuhilfenahme der Bespannung des Flügels aus Segeltuch und einem gewagten Sprung gelangten sie schließlich 7 Meter tiefer in den morastigen Mühlengraben und verschwanden in die Nacht.

    Mit diesem Coup machte sich der Fetzer erst recht einen Namen unter seinesgleichen. Nach dieser spektakulären Flucht trieb er mit seiner Bande weiter sein Unwesen, verlagerte seine Raubzüge jedoch mehr in den Süden, da ihm das Pflaster in Neuss jetzt doch zu heiß geworden war.

    Späte Aufklärung eines Mordes

    Erst bei seinen Verhören in Köln gestand der Fetzer seine Ehefrau 1798 vor den Augen seiner beiden Kinder erschlagen und anschließend heimlich begraben zu haben. Als Begründung gab er an, dass seine Frau den gemeinsamen Sohn häufig geschlagen habe. Als dies wieder einmal passierte, geriet er mit ihr in heftigen Streit und erschlug sie im Affekt.

    Sein Motiv ist sogar einigermaßen glaubhaft. Mathias Weber war zwar ein schwieriger Charakter, aber er fiel bei seinen Raubzügen nicht durch Mordlust auf. Seinen Sohn gab er nach der Tat bei einem befreundeten Hehler in Pflege. Um seine Tochter soll er sich noch auf dem Weg zum Schafott Sorgen gemacht haben.

    Der Postraub

    Einer seiner bekanntesten und erfolgreichsten Raubzüge nach dem Raub der Stadtkasse in Neuss war der Überfall auf den Köln-Elberfelder Postwagen 1799. Mit 20 Mann, rekrutiert aus verschiedenen Banden, erbeutete er dabei 13.000 Reichstaler. Je nach Berechnung betrug die Beute umgerechnet etwa 1,3 bis 2,5 Mil. Euro.

    Der Anfang vom Ende

    Den französischen Besatzern, die bisher eher halbherzig reagiert hatten, ging das mittlerweile entschieden zu weit. Sie erhöhten den Fahndungsdruck deutlich und ersuchten auch die Polizei in Hessen und Preußen um Amtshilfe. Er wurde mehrfach gefasst, konnte aber immer wieder fliehen. Schließlich wurde er in Frankfurt am Main verhaftet und nach Köln überstellt. Dort gestand er in vielen Verhören 181 gelungene und 122 misslungene Einbrüche und Überfälle. Er wurde zum Tode verurteilt und konnte sich diesmal seinem Schicksal nicht mehr durch Flucht entziehen.

    Am 19. Februar 1803 wurde der Fetzer, gerade 25 Jahre alt, auf dem Kölner Altenmarkt durch die Guillotine hingerichtet. Übrigens wurden weder die Stadtkasse noch die wertvollen Kirchengegenstände, die in Neuss geraubt wurden, jemals wiedergefunden.

    Hat er am Ende seines kurzen Lebens seine Taten bereut? Wir können es heute nicht mehr sagen, doch seine letzten Worte sind überliefert:

    „Ich habe den Tod verdient, meine Freunde, hundert Tode für einen. Ihr, die ihr auf bösem Wege seyd, spiegelt euch an meinem Ende ! Junge Leute ! flieht, flieht die Hurenhäuser. Eltern ! erzieht eure Kinder in Religion. Denkt an Gott. Möchte mein Blut das Letzte seyn, das so vergossen wird.“

    Tatsächlich war es die letzte öffentliche Hinrichtung in Köln und die letzte eines Räubers.

    Beitragsbild: Mathias Weber, Broschüre, Köln 19.02.1803, Holzschnitte; Kölnisches Stadtmuseum – Bibliothek

  • Kehlturm

    Kehlturm

    Es ist ein ziemlich unscheinbarer kreisrunder Bau, der nur knapp über das heutige Straßenniveau hinausragt. Das Mauerwerk sieht allerdings alt aus. Was verbirgt sich hinter diesem etwas kurz geratenen Turm?

    Neuss am Rhein?

    Um zu verstehen, welche Bedeutung dieser Turm im Mittelalter hatte, müssen wir uns den Stadtplan von Braun und Hogenberg aus dem Jahr 1590 genauer ansehen.

    Stadtplan von Neuss nach Braun und Hogenberg von 1590 mit markiertem Verlauf der rheinseitigen Stadtmauer

    In dem Plan ist der rheinseitige Verlauf der Stadtmauer gelb und der Kehlturm grün markiert. Wer den Stadtplan kennt oder genau hinschaut, bemerkt, dass Neuss gar nicht (mehr) am Rhein liegt. Entlang der Stadtmauer fließt die Erft und genau gegenüber dem Kehlturm liest man „Fluß aus dem Rhein“. Aber Neuss lag doch am Rhein, oder nicht?

    Des Rätsels Lösung ist die Verlagerung des Rheins im 12. Jahrhundert. Nach mehreren starken Hochwasserphasen hat sich der Rhein im Laufe von etwa 100 Jahren immer weiter nach Osten verlagert. Zurück blieb ein Seitenarm, die „Kehl“ oder „Kalle“. Diese floss aus dem Rhein kommend, in westlicher Richtung geradewegs auf Neuss zu, um dann nördlich der Stadt wieder in den Rhein zu münden.

    Für Neuss war die Rheinverlagerung äußerst geschäftskritisch. Der Warenhandel auf dem Rhein war eine Lebensader der Stadt. Ohne einen Hafen mit direktem Rheinzugang wäre zumindest der Fernhandel zusammengebrochen. Die Neusser griffen zu einem aufwändigen Trick und leiteten die südlich der Stadt in den Rhein mündende Obererft so um, dass sie entlang der Stadtmauer floss und den Hafen wieder schiffbar machte.

    Die flusseitige Stadtbefestigung

    Wie man auf dem Plan sofort sieht, hat der Kehlturm eine strategisch perfekte Lage. Auf dem Turm waren Kanonen stationiert, mit denen die Neusser sowohl den unterhalb der Stadtmauer gelegenen Schiffsanleger gut verteidigen, als auch Angreifer auf der Kehl abwehren konnten.

    Tatsächlich lag das Bodenniveau zu damaliger Zeit etwa 6 Meter tiefer. Der Turm hatte also eine imposante Höhe, die man heute gar nicht mehr wahrnimmt. Auch die Mauern sind mit ca. 2 Meter Dicke sehr stabil gebaut. Nach dem zweiten Weltkrieg und bei den Bauarbeiten für das Romaneum 2017 wurde nur der obere Teil des Turms restauriert. Wobei man sich offensichtlich die „künstlerische Freiheit“ herausnahm, gleich eine Türöffnung mit einzubauen. Der originale Festungsturm hatte ganz sicher keine einladende Tür nach außen.